Wer gehört wem? Anonyme Offshore-Firma kauft Europas Infrastruktur
Wenn kritische Infrastruktur – also das, was eine Gesellschaft am Laufen hält – in den Händen anonymer Offshore-Konstrukte liegt, ist das kein abstraktes Finanzsystemthema, sondern eine Frage demokratischer Kontrolle. Wer über Energieversorgung, Flughäfen und Chemielager entscheidet, entscheidet über das Leben aller – und sollte deshalb öffentlich bekannt und rechenschaftspflichtig sein. Die offene Gesellschaft braucht Transparenzregeln, die auch grenzüberschreitende Holdingstrukturen lückenlos erfassen.
Für die Demokratieförderung ist dieser Fall ein Lehrstück: Formell legale Konstruktionen mit Sitz in Steueroasen untergraben faktisch die Transparenz, die Bürger:innen von Investoren in öffentlich relevanter Infrastruktur erwarten dürfen. Die EU-Diskussion über verschärfte Transparenzpflichten für Infrastrukturinvestoren gewinnt dadurch an Dringlichkeit. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Parlamente sind gefordert, Lücken im Eigentumsrecht zu schließen, bevor weitere Schlüsselinfrastrukturen in ähnlichen Strukturen verschwinden.