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Monday, 27. April 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Wer zahlt eigentlich? Gabriel Zucman über Reichensteuern

Der Ökonom Gabriel Zucman zeigt in seinem Buch, wie Superreiche weltweit systematisch weniger Steuern zahlen als normale Arbeitnehmer:innen – und das mit legalen Mitteln. Sein zentraler Vorschlag: eine international koordinierte Mindeststeuer für Milliardäre, die Steueroasen wirkungslos machen würde. Damit liefert er eine solide Grundlage für eine längst überfällige demokratische Debatte darüber, wer eigentlich für Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur aufkommt. Gerade in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, wo öffentliche Mittel chronisch fehlen, wäre eine gerechtere Steuerverteilung spürbar.

Steuergerechtigkeit ist keine abstrakte Fachfrage, sondern entscheidet direkt darüber, ob Schulen saniert, Pflegepersonal anständig bezahlt und öffentliche Infrastruktur in strukturschwachen Regionen erhalten werden kann. Wenn Milliardäre effektiv weniger Steuern zahlen als Krankenpflegerinnen oder Supermarktmitarbeiter, untergräbt das das Vertrauen in staatliche Institutionen und schwächt die demokratische Legitimation von Steuerpolitik. Zucmans Arbeit macht deutlich, dass das kein Naturgesetz ist, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen – und also auch veränderbar.

Für Mecklenburg-Vorpommern und andere strukturschwache Regionen ist die Frage der Steuerverteilung besonders drängend: Fehlende Mittel treffen hier härter als anderswo, weil die kommunale Ausgangslage schwächer ist. Ein internationales Mindeststeuersystem für Superreiche würde zusätzliche Milliarden in öffentliche Haushalte spülen – Geld, das in Ostdeutschland direkt in Daseinsvorsorge und demokratische Teilhabe investiert werden könnte. Die Debatte, die Zucman anstößt, gehört deshalb nicht nur in Wirtschaftsredaktionen, sondern in Gemeinderäte und Bürgerversammlungen.